(Wie) Funktioniert Nachhaltigkeit im Hotel?

Weinberge

Unsere Leser haben uns das Wunschthema “Nachhaltigkeit im Hotel” aufgegeben haben. Wie schön.
Dem widmen wir uns doch mit Freude…..

Definition:

Wikipedia beschreibt “Nachhaltigkeit” so:

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll.

So weit so gut. Doch was heisst das für uns?

Überlegungen im Vorfeld:

Natürlich haben wir uns bei der Konzeption unseres Hotels auch mit dem Thema “Nachhaltigkeit” beschäftigt.
Was geht im Hotel? Und was geht nicht?
Welche “Sünden” müssen wir begehen? Was lässt sich verhindern?

Klimaanlage? Ja klar. Die brauchen wir in der “deutschen Toskana”.
Nesspressomaschinen? Sie sind einfach praktisch und leicht zu reinigen. Es gibt für die Zimmer keine echte Alternative.
Minibar? Das geht doch besser.
Staubsauger? Auch dafür gibt es Alternativen.
Rauchen? Im gesamten Hotel untersagt.
Ökostrom? Ja klar!

Und so weiter … und so weiter…

Bau- und Ausstattungsplanung:

Da wir Pächter und nicht der Bauträger sind, können wir auf die Baumaterialien keinen Einfluss nehmen. Doch es wird ordentlich gedämmt. Das ist ein wichtiger Schritt.

Die Fenster sind bestens verglast. Die Regenduschen bekommen Wasserreduzierer. Auf dem Dach wird eine PV-Anlage installiert, die 100% ihres erzeugten Stromes in unser Haus einspeist. Der Rest ist Ökostrom von der benachbarten ESW.
Die Außenbeleuchtung erhält eine Dämmerungssteuerung. Im Haus werden LED verbaut.

Die Inneneinrichtung kommt zum Großteil von einem örtlichen Schreiner. Natürliche Materialien wie Holz werden verbaut.

Die Klimaanlage wird vom Gast erst bei Zimmerbezug und nach dessen Wünschen eingeschaltet. Sobald der Gast sein Zimmer verlässt, schaltet sie ab.
Das Gleiche gilt für die Heizung.

Statt 50 Minbars gibt es eine! “MAXI-bar”. Statt Minifläschchen 0,75- oder 0,5-Liter Flaschen. Natürlich aus Glas. Und (außer beim Wein) Mehrweg.

Doch es geht VIEL MEHR:

Unsere Nachhaltigkeit im Hotelalltag:

Wir haben eine grüne Rate. So möchten wir dazu beitragen, dass Gäste Alternativen zum Auto suchen. Dazu haben wir auch eine Kooperation mit der Energie Südwest. Sie hat Elektroautos erworben, die unsere Gäste direkt bei Ihrer Hotelbuchung reservieren können.

Unser Frühstück ist komplett verpackungsfrei. Darauf sind wir sehr stolz. Unser Saft wird selbst gepresst oder kommt als 100%-Saft aus Mehrwegflaschen. Unsere Wurst und Käse werden am Stück geliefert und täglich frisch aufgeschnitten. Das spart Verpackungsmüll und Lebensmittelreste. Und schmeckt viel besser!!!

In der Nebensaison nehmen wir uns die Zeit und servieren das Frühstück am Tisch. Unsere Gäste lassen sich gerne von und verwöhnen. Und auf den Tisch kommt nur, was dann auch gegessen wird.

Unsere Lieferanten sind örtliche Familienbetriebe. Wir kaufen soweit möglich saisonal.
Bei uns ist alles frisch. Nichts kommt aus der Tüte. Nichts ist vorgefertigt. Sogar unser Kaffee wird direkt ums Eck geröstet.
Seit neuestem haben wir Fair-Trade-Bio-Kaffee in voll kompostierbaren Kapseln für die Nespressomaschinen.

Wir nutzen wiederbefüllbare Kosmetikflaschen statt der Mini-Einweg-Flaschen in den Gäste-Bädern.

Auch alle Reinigungs-Mittel kommen in großen Kanistern und werden dann umgefüllt. Wir haben ein ausgeklügeltes Reinigungssystem, dass in den Gästezimmern ohne Wischwasser und Staubsauger auskommt.

In unserem Keller können Sie Ihre Fahrräder sicher verstauen. Und Ihre E-Bikes laden.
In Edenkoben können Sie darüber hinaus ihr E-Auto an der hauseigenen Ladestation kostenfrei laden.
Und wir  “Chefs” fahren ab Januar 2020 Hybrid statt Diesel!

Um nur die “Highlights” zu nennen.

Unser Fazit:

Wenn Sie Ihr Team für das Thema begeistern, ist Nachhaltigkeit im Hotel gar nicht schwer. Vorleben und Machen. Motivieren und Anspornen. Ideen sammeln. Täglich etwas mehr bewegen.
Unsere Mitarbeiter, Lieferanten und auch unsere Gäste machen wirklich gerne mit. Vielleicht sogar manchmal unterbewusst.

Unsere Frühstücksmitarbeiterinnen spülen die leeren Marmeladegläser und nutzen sie privat. Unser Stadtimker nimmt die gespülten Honig-Gläser wieder mit und füllt sie erneut.

Aus den Resten vom Frühstück werden Eiersalat, Fruchtquark, Schlachteplatten, Salamicreme, Nudelsalat und vieles mehr “gezaubert”.

Unsere Lieferanten nutzen feste, langlebige Kisten, in welchen Sie uns die weitestgehend unverpackten Waren bringen. Unser Eierlieferant bringt uns die Eier auf seiner Fahrt zum Wochenmarkt vorbei.

Gäste verzichten auf tägliche Zimmerreinigung oder nutzen ihre Handtücher mehrere Tage. Betten beziehen wir erst ab dem 04. Tag frisch. Unsere Gäste erwarten nichts anderes.

Die Rezeptionistinnen drucken Zimmer-Rechnungen nur aus, wenn der Gast sie braucht. Auch einen Umschlag gibt es nur bei Bedarf dazu.
Wir benutzen Papier-Ausdrucke, die nicht mehr benötigt werden, als “Schmierpapier”. Farbige Ausdrucke werden auf das notwendige Minimum reduziert.

Im Sommer lüften wir die öffentlichen Bereiche jeden Morgen kräftig, so dass wir in diesen fast keine Klimaanlage benötigen.

Wir vermeiden Müll. Und trennen sehr strickt. Unsere Restmülltonne wird daher nur 3 Mal pro Jahr geleert.

Und so weiter und so weiter….

Viele Kleinigkeiten summieren sich zu einem guten Gefühl. Kein durchweg grünes, doch ein sehr nachhaltiges Hotel zu sein. Und zu bleiben!

Ich selbst spüre dieses Gefühl am meisten, wenn ich zweimal pro Woche mit unserem “Hotelfahrrad” auf den Landauer Wochenmarkt fahre und dort die Einkäufe tätige. Dann macht mir die Nachhaltigkeit besonders viel Spaß 🙂

 

Und Sie: welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema? Und/oder haben Sie noch Ideen und Tipps für uns? Wir freuen uns.

 

Herzlichst

Ihre Petra Hirsch

Maximilians Boutique-Hotel Landau

und

Maximilians Domizil Edenkoben

kommentare
  • Anne 14.11.19 UM 11:1111

    Schöner Beitrag!
    Liebe Grüße.
    Anne

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