Das “Maximilians” hat eröffnet. Nicht alles läuft glatt – worauf wir gerne verzichtet hätten.

WANN wollen Sie eröffnen?
Diese Frage, dazu eine stark gekräuselte Stirn, erstaunte Augen und  immer wieder dieser Satz – “Na dann: toi toi toi!”
Das haben wir in den letzten 10 Tagen vor Eröffnung so unglaublich oft gehört und erlebt. Trotzdem: das, woran am Ende Viele nicht mehr glaubten – WIR haben es geschafft! Es war eine irre Zeit:

 Alle haben es voraus gesagt

Unser Zeitplan war perfekt! Und wir hatten – so dachten wir zumindest – einen ausreichenden Puffer eingeplant. Außerdem haben wir ja Erfahrung und alles super vorbereitet. Es kann losgehen.

“Das könnt Ihr vergessen” – so tönte es unisono von allen Seiten. “Bei uns waren die Handwerker noch im Flur, als die erste Gäste eincheckten”.

Ach so. Also UNS passiert das nicht. Wir wissen, wie wir dem vorbeugen.
Nun ja, da haben wir die Rechnung leider ohne den Wirt gemacht.

So sah es dann eben auch in unserer Wirklichkeit aus

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  • Die verspätete Übergabe des Hotels bringt unseren Zeitplan völlig durcheinander. Wir hatten so schöne Ideen.
  • Handwerker laufen bis heute immer und immer wieder durch die bereits geputzten Zimmer. Manche Zimmer putzen wir mehr als 5 mal. Schließlich ist Sauberkeit sehr wichtig im Hotel.
  • Die Automatiktür am Eingang erkennt die spiegelnde Sonne als Hindernis und geht stundenlang auf und zu.
  • Unsere Telefon fällt aus. Einen ganzen Tag lang.
  • Unsere Lampen lassen sich nicht ausschalten. Seit Tagen brennt Tag und Nacht das Licht. Das kostet uns so viel Strom und Nerven.
  • 48 Stunden durcharbeiten, 18 Stunden Schlaf in 5 Tagen, blaue Flecke, Hände die aussehen, als hätten wir ein Haus gebaut.
    Na ja: haben wir ja auch irgendwie.
  • Die Rede zur Eröffnung konnten wir erst kurz vorher mitten im Baulärm schreiben. Das hatten wir alles ganz anders geplant. Sie kommt trotzdem gut an.
  • Fehlalarm und trotzdem rückt die Feuerwehr mit Tatü Tata aus. Große Aufruhr im Maximilians und das nur wegen kleiner Bauarbeiten im Dachgeschoss. Zum Glück passierte es um die ruhige Mittagszeit und kein Gast ist im Haus. Trotzdem: uns klingeln noch 2 Stunden lang die Ohren von dem Heulton unserer Alarmanlage, denn die wird erst nach 10 Minuten ausgeschaltet.
  • Eine unserer Wunschmitarbeiterinnen hat einen schweren Unfall und fällt lange Zeit aus.
  • Das Key-Card-System fällt aus.
  • Noch immer kein Fax und kein Kopierer.
  • Ein Presslufthammer hämmert morgens um 08:00 Uhr vor der Tür. Super!
  • Ein weiterer Tag mit Telefonausfall. Und noch immer kein Fax.
  • Die Weinwand und auch unsere Maxibar sind nicht fertig. Schade, wir hatten uns so darauf gefreut. Aber KMK arbeitet mit Hochdruck.
  • Die Chefin rutscht im Dienstplan in die falsche Zeile. Die ersten Frühstücks-Gäste stehen im Max28, nur ist kein Buffet aufgebaut und auch kein Mitarbeiter da. Riesenschreck in der Morgenstunde. Aber wir finden schnell ein Lösung.
  • Und da sind noch immer manche Handwerker und Partner, die ihre Zusagen und Termine einfach nicht einhalten.
  • Die Heizung fällt aus. Die Zimmer sind kalt.
  • Ohje: Bestellungen vergessen. Was essen und trinken unsere Gäste Morgen? Gut, dass wir regionale Partner haben.
  • Der Presslufthammer hämmert auch um 16:00 Uhr noch. Es kostet zahllose Telefonate und wirklich große Überredungskünste. Dann haben wir endlich Ruhe.
  • Der Flur im 4. OG ist immer noch nicht gestrichen.
  • Schon wieder streikt unser Telefon. In welchem Jahrhundert leben wir?
  • Und noch immer kein Fax, weil niemand das entsprechende Kabel vom Anschluss findet.

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Und so geht es seitdem weiter

Auch zwei Wochen nach Eröffnung ist noch längst nicht alles so, wie wir es uns vorstellen. Trotzdem finden wir jeden Tag mehr in unsere Abläufe und selbst gewählten Standards.

Das Wichtigste jedoch ist: wir haben alles im Griff. Die Gäste fühlen sich ausnahmslos sehr wohl bei uns! Alles schlafen sehr gut und lobden unser Frühstück. Auch die Weinbar wird gut angenommen. Und es passieren so unglaublich viele schöne Dinge. Jeden Tag. Wir sehen sie, wir freuen uns daran und wir wachsen mit den Aufgaben. Oft deutlich übermenschlich. Und wir lernen, loszulassen. Das Beste aus allem zu machen. Eines ist ganz sicher: WIR können improvisieren.

In Kürze berichte ich gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen hier über die vielen wundervollen Dinge, auf die wir und unsere Gäste keinesfalls verzichten wollten und werden. Bleiben Sie gespannt.

 

Ihre Petra Hirsch

Maximilians Boutique-Hotel in Landau

 

 

kommentare
  • Sandra 30.03.16 UM 07:33

    Schon ein Teil davon genügt, um bei so Manchem einen Nervenzusammenbruch zu verursachen. Ich bewundere Deine (neue) Gelassenheit, Petra und das Improvisationstalent Eures Teams, die den Aufenthalt für Eure Gäste trotzdem bzw. gerade deswegen zu einem schönen Erlebnis werden lassen. Ich wünsche Euch immer so nette, lockere und verständnisvolle Gäste wie die ersten Beiden. Wer selbst gegründet hat und als Unternehmer Risiken eingeht und Verantwortung trägt, kann nachfühlen, was Ihr leistet. Respekt!

    • Michael Wind 02.04.16 UM 01:44

      Wie schön, dass hier ehrlich auf lockere Art ganz offen kleine Pannen zugegeben werden, die andere lieber verheimlichen, ich freue mich auf den ersten Besuch im Hotel! Nur dass die Lampen nicht ausgehen finde ich eher ästhetisch als nervig.

      Beste Grüße an das Team!

      • Petra Hirsch 02.04.16 UM 09:44

        Wir freuen uns ebenfalls auf Sie, sehr geehrter Herr Wind.
        Die Lichter bekommen wir seit gestern auch aus.
        Das Fax-Kabel wurde gefunden, funktioniert leider nicht. Aber auch das wird gelöst.

        Bis bald in Landau
        Petra Hirsch und das Maximilians-Team

  • Franz 30.03.16 UM 08:33

    Das ist ja unglaublich keine Telefone gehen und alle Zimmer sind kalt.

    • Petra Hirsch 30.03.16 UM 09:33

      Unglaublich, da haben Sie recht.
      Gottseidank haben wir ja alles hinbekommen. Das Telefon auf die Privat-Handys umgeleitet, vorzugsweise die von der Sonne verwöhnten Südwest-Zimmer vermietet, einer erkältet anreisenden Gästin eine Wärmflasche gebracht usw. Und im Hintergrund haben die Techniker “gebastelt”.
      Aufregende Zeiten eben in so einer Neueröffnung.
      Hauptsache alle Gäste haben gut geschlafen und gefrühstückt. Denn das ist das Wichtigste!

  • Andreas Tarjan 31.03.16 UM 10:33

    Ich fühle mit Euch!!
    Habe genau dieses 5mal mit Erfolg durchgemacht.
    Alles Gute Euch!!!

    • Petra Hirsch 31.03.16 UM 01:33

      5 x erfolgreich? Wow! Respekt und Gratulation von uns dazu!
      Auch wir meistern das Ganze. Jeden Tag ein bisschen besser. Vor allem Dank unseres tollen Teams.
      Danke fürs Mitfühlen und die guten Wünsche.

      Petra Hirsch

  • Henrik Zölzer 31.03.16 UM 01:33

    Wenn Ihr das alles gelöst bekommt bzw. schon gelöst bekommen habt, dann kann der Rest ja nur super laufen. Ich drück euch weiter die Daumen.

  • Edmund Heim 31.03.16 UM 09:33

    Das Hotel ist sehr schön geworden, wie erwartet. Ich habe einen ungeheuren Respekt vor Ihrer Leistung.
    Ab jetzt geht’s aufwärts!

    • Petra Hirsch 01.04.16 UM 07:44

      Danke, Herr Heim, für das Kompliment. Ja: es ist sehr schön geworden. Und ja: es geht gut voran.
      Beste Grüße.
      Petra Hirsch

  • sAbine de la Osa 01.04.16 UM 09:44

    Hallo Frau Hirsch !
    Das sind die Anfangsschwierigkeiten…..hatten wir auch, fast identisch….Ich war am Eröffnungstag die ganze Nacht vor Ort, da auch bei uns die Zimmerkarten nicht funktioniert haben. Allen Gästen habe ich mit Generalkarte die Zimmer geöffnet…und musste natürlich warten, falls jemand raus oder rein wollte..
    Es wird entspannter mit der Zeit, allerdings ist unsere Branche ja immer für Überraschungen gut.
    Alles Gute weiterhin und viel “Spaß” am Anfang.
    Liebe Grüße
    Sabine de la Osa / Hotel Soho Landau

    • Petra Hirsch 02.04.16 UM 09:44

      Ich sage herzlich Danke, liebe Frau de la Osa, für Ihre freundlichen Worte. Und natürlich tut es mir gut zu wissen, dass ich nicht alleine so da stehe. Sie haben es geschafft mit Ihrem Soho-Team. Und unser Team meistert das ebenfalls.

      Herzliche Grüße von Haus zu Haus.
      Ihre
      Petra Hirsch

  • Zimmel Werner 01.04.16 UM 10:44

    Sabine da hast du recht……. Auch in unsere Branche gibt es heute noch viele Überraschungen ?Normaler Wahnsinn ….
    Ihnen Frau Hirsch und ihrem Team weiter gutes Gelingen ??das klappt …
    Von außen sieht es toll aus.

    • Petra Hirsch 02.04.16 UM 09:44

      Herzlichen Dank, Herr Werner, für Ihre guten Wünsche. Die können wir gut gebrauchen.
      Schauen Sie doch mal rein. Von innen ist es nämlich noch schöner 🙂

      Sonnige Grüße
      Petra Hirsch

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